Betriebsärztinnen und Betriebsärzte

Häufige Fragen und Antworten zur Einbeziehung von Betriebsärzten / Unternehmen in den Impfprozess gegen das Coronavirus SARS-CoV-2.

Betriebliche Impfungen bilden – neben den (temporären) Impfzentren und Arztpraxen – die dritte Säule in der bundesweiten Impfkampagne gegen COVID-19 und sind ein wichtiger Baustein zum Schutz der Mitarbeitenden in den Unternehmen sowie zur Eindämmung der Pandemie. Die hessischen Unternehmen haben bereits mehrfach ihre Leistungsfähigkeit in diesem Bereich, bspw. bei den jährlichen Grippeschutzimpfungen, unter Beweis gestellt.

Das Land Hessen haben vielfältige Anfragen zur Mitwirkung der Betriebsärztinnen und Betriebsärzte bzw. Unternehmen im Impfprozess erreicht. Nachfolgend geben wir Ihnen Antworten zu den am häufigsten gestellten Fragen (FAQ).

1) Wie ist der Stand der Einbindung der Betriebsärzte in den Impfprozess?
2) Welche Unternehmen können sich an betriebsärztlichen Impfungen beteiligen?
3) Wer darf (betriebsärztliche) Impfleistungen erbringen?
4) Was gilt hinsichtlich des Impfstoffbezugs für Betriebsärztinnnen und Betriebsärzte?
5) Was mache ich als Betriebsärztin / Betriebsarzt, wenn ich den bestellten Impfstoff nicht verimpfen kann und ein Verwurf von Impfstoff droht?
6) Welche technisch-organisatorischen Rahmenbedingungen sind für die Einbeziehung der Betriebsärztinnen und Betriebsärzte zu beachten?
7) Ist eine Anmeldung / Registrierung für die Teilnahme am betriebsärztlichen Impfprozess erforderlich?
8) Was hat es mit der BDA-Unternehmensabfrage (zur Einbeziehung der Betriebsärzte in die Impfkampagne) auf sich und wie wirkt sich dies auf die Anbindung an das DIM mittels Zertifikat aus?
9) Ich habe mich bei der BDA registriert, aber noch kein DIM-Zertifikat erhalten. Muss ich noch etwas veranlassen?
10) Welche Erfahrungen wurden im Rahmen des Pilotverfahrens des Landes Hessen gemacht?
11) Wo kann ich weiterführende Informationen erhalten?

1) Wie ist der Stand der Einbindung der Betriebsärzte in den Impfprozess?2)Welche Unternehmen können sich an betriebsärztlichen Impfungen beteiligen?

Die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte wurden routinemäßig zum 7. Juni 2021 in die Impfkampagne einbezogen. Dabei gibt es bei der betriebsärztlichen Impfung von Beginn an keine Priorisierung. Grundsätzlich obliegt es den Unternehmen, ihren Mitarbeitenden innerbetriebliche Impfangebote zu offerieren und – in diesem Fall – den jeweiligen Betriebsarzt bzw. die jeweilige Betriebsärztin mit der entsprechenden Umsetzung zu beauftragen. Sie können jederzeit in den Impfprozess einsteigen.
Wir freuen uns, dass der nachdrückliche Einsatz des Landes Hessen gegenüber dem Bund für umsetzungsorientierte und unbürokratische Rahmenbedingungen für die Impfung durch die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte / Unternehmen zum Erfolg geführt hat und dass bereits viele hessische Unternehmen mit innerbetrieblichen Impfaktionen begonnen haben.

Zuvor hatte das Land Hessen bereits sehr frühzeitig die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten genutzt, um in einem Pilotverfahren mit fünf Pharmaunternehmen die Abläufe innerhalb der betrieblichen Impfstätten zu erproben. Erst- und Zweitimpfungen sind mittlerweile abgeschlossen. Angesichts der Impfstoffknappheit stand den Unternehmen hierbei nur eine verhältnismäßig geringe Menge an Impfstoff aus dem Landesimpfstoffkontingent zur Verfügung, sodass die Unternehmen nach besonders relevantem Personal priorisieren mussten. Gleichwohl konnten durch das Pilotverfahren des Landes rund 27.000 Personen in Schlüsselfunktionen der Kritischen Infrastruktur „Arzneimittel- und Impfstoffversorgung“ immunisiert werden. Vor dem Hintergrund des Regelbetriebs der betriebsärztlichen Impfung werden keine weiteren Pilotverfahren seitens des Landes durchgeführt. Näheres zum Pilotverfahren kann der Frage 10 entnommen werden.

2) Welche Unternehmen können sich an betriebsärztlichen Impfungen beteiligen?

Es können alle Unternehmen (unabhängig vom jeweiligen Tätigkeitsfeld) ihren Mitarbeitenden ein innerbetriebliches Impfangebot unterbreiten. Verantwortlich ist der oder die durch das Unternehmen entsprechend beauftragte Betriebsarzt bzw. Betriebsärztin. Hierbei ist unerheblich, ob es sich um einen angestellten Werksarzt bzw. Werksärztin, einen überbetrieblichen betriebsärztlichen Dienst oder einen freien Betriebsarzt bzw. eine freie Betriebsärztin handelt.
Der Impfstoff wird durch den Bund auf die bestellenden Betriebsärztinnen und Betriebsärzte verteilt – wie dies bei den Vertragsärztinnen und Vertragsärzten bereits praktiziert wird (vgl. Frage 4).

3) Wer darf (betriebsärztliche) Impfleistungen erbringen?

Die Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Impfverordnung – CoronaImpfV) legt die einzelnen Leistungserbringer fest. Gemäß §3 CoronaImpfV sind dies a) Impfzentren, b) Arztpraxen, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, c) Arztpraxen, die nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, sofern sie ihre niedergelassene Tätigkeit nach Absatz 4 nachgewiesen haben, und d) Fachärzte für Arbeitsmedizin und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“, nach dem Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit vom Arbeitgeber bestellte Betriebsärzte (Betriebsärzte) und überbetriebliche Dienste von Betriebsärzten.

4) Was gilt hinsichtlich des Impfstoffbezugs für Betriebsärztinnnen und Betriebsärzte?

Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden eine innerbetriebliche Impfung anbieten wollen, wenden sich bzgl. der Organisation an ihre jeweilige Betriebsärztin bzw. ihren jeweiligen Betriebsarzt. Die Betriebsärztinnen bzw. Betriebsärzte (gemäß Definition CoronaImpfV – vgl. Frage 3) können die Impfstoffe bedarfsgerecht (!), dosisbezogen und impfstoffspezifisch über die Apotheken respektive den pharmazeutischen Großhandel bestellen. Mit dem Impfstoff geben die Apotheken auch das für die Impfung erforderliche Impfzubehör ab.
Bei Impfstoffen handelt es sich um verschreibungspflichtige Arzneimittel. Zur Bestellung ist das blaue Privatrezept zu verwenden (unter Angabe der einheitlichen Fortbildungsnummer). Die Bestellung ist betriebsarztbezogen, d.h. läuft auf den rezeptierenden Betriebsarzt bzw. die rezeptierende Betriebsärztin. Es kommen die üblichen Vertriebsstrukturen des Pharmahandels zum Tragen.

Die CoronaImpfV sieht grundsätzlich vor, dass der gesamte, dem bestellenden Betriebsarzt bzw. der bestellenden Betriebsärztin zur Verfügung gestellte Impfstoff einer Bestellung, in der Regel an einer einzigen Impfstelle verabreicht werden soll (§3 Abs.6) (vgl. Frage 5). Gemäß der „Allgemeinverfügung zur Sicherstellung der flächendeckenden Verteilung von Impfstoffen gegen COVID-19 an Arztpraxen und Betriebsärztinnen und Betriebsärzte“[2] sollen die Apotheken die bestellten Impfstoffe gegen COVID-19 einer Bestellung ausschließlich an einen Ort liefern, der von der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt benannt wird. Die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte dürfen Impfstoff gegen COVID-19, den sie an einem Ort verimpfen (Impfstelle), ausschließlich bei einer Apotheke bestellen. Sie sollen Impfstoffe gegen COVID-19 bei einer Apotheke bestellen, die in räumlicher Nähe zur Impfstelle liegt, um angesichts der erheblichen Transport- und Temperaturanforderungen unnötige Wege und die damit einhergehenden Risiken zu vermeiden (für Ausnahmen bitte die Allgemeinverfügung beachten).

Das Kontingent an Impfstoffen, das den Betriebsärzten bzw. Betriebsärztinnen zur Verfügung steht, wird durch den Bund wöchentlich für die übernächste Kalenderwoche festgelegt. Bitte beachten Sie hinsichtlich der Fristen, dass die Betriebsärzte bzw. -Betriebsärztinnen einmal wöchentlich über den pharmazeutischen Großhandel durch die Apotheken mit Impfstoffen und dem entsprechenden Impfzubehör beliefert werden (in der Regel Montagnachmittags). Die Impfstoffbestellung ist immer bis mittwochs 12:00 Uhr für die übernächste Woche zu tätigen.

Neben der passgenauen Distribution der Impfstoffe hat diese Impfstoffversorgungsform den Vorteil, dass insbesondere Unternehmen mit mehreren Standorten und / oder extern beauftragten betriebsärztlichen Leistungserbringern sehr frei in der Gestaltung des Impfprozederes sind. Ebenfalls obliegt es den Betriebsärzten und -ärztinnen / Unternehmen, welches Personal in den Betrieben mit den verfügbaren Dosen geimpft wird.

Weitere Informationen und Einzelheiten können Sie dem Internetauftritt der BDA, des BDI, des DIHK und des ZDH[3] entnehmen, auf dem Sie u.a. auch die „Handreichung für Betriebsärzte zu Impfstoffen und Zubehör“ der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V. (BDA)[4] finden.

5) Was mache ich als Betriebsärztin / Betriebsarzt, wenn ich den bestellten Impfstoff nicht verimpfen kann und ein Verwurf von Impfstoff droht?

Grundsätzlich ist eine bedarfsgerechte Impfstoffbestellung vorzunehmen. Der bestellende Betriebsarzt bzw. die bestellende Betriebsärztin hat dafür Sorge zu tragen, dass keine Bestellung ohne Bedarfserhebung getätigt wird und auch keine Lagerhaltung erfolgt.

Sollten Sie als Betriebsärztin bzw. Betriebsarzt Impfstoff „übrig“ haben, ist es grundsätzlich immer möglich, weitere Beauftragungsverhältnisse zu etablieren und in diesem Zuge den Impfstoff auch an zuvor nicht einkalkulierte Impflinge zu verimpfen. Natürlich können auch Patienten, sprich Impflinge, von anderen Ärzten „übernommen“ werden. Die entsprechenden Akteursnetzwerke stehen hierzu untereinander im Austausch.

Für den Fall, dass bestellter Impfstoff trotz ausreichender Planung und obigen Maßnahmen nicht verimpft werden kann, sieht die „Allgemeinverfügung zur Sicherstellung der flächendeckenden Verteilung von Impfstoffen gegen COVID-19 an Arztpraxen und Betriebsärztinnen und Betriebsärzte“[5] vom 12.07.2021 unter Ziffer 5 Ausnahmevorschriften zur flexiblen Verteilung von Impfstoff gegen COVID-19 vor.

Demnach können zum einen Apotheken Impfstoffe gegen COVID-19 auch an Leistungserbringer im Sinne des §3 Absatz1 Satz1 Nummer2 bis 4 der CoronaImpfV abgeben, die bei ihnen nicht oder nicht in dem entsprechenden Umfang bestellt haben, wenn dies die Erfüllung ihrer übrigen Abgabeverpflichtungen nicht beeinträchtigt. Sollte Ihnen vor Entgegennahme des Impfstoffes bereits bekannt sein, dass der bestellte Impfstoff nicht in vollem Umfang benötigt wird, ist es anzuraten, die Apotheke, bei der der Impfstoff bestellt wurde, umgehend zu informieren. Die Apotheke hat dann die Möglichkeit, die vorrätigen überschüssigen Impfstoffe gegen COVID-19 an andere Leistungserbringer abzugeben, die ihn zweckgemäß verwenden können. Auf diese Weise wird eine zweckdienliche und flexible Umverteilung der Impfstoffe vor Ort sichergestellt.

Zum anderen können Betriebsärztinnen und Betriebsärzte in obigem Fall an einem Ort Impfstoffe gegen COVID-19 aus verschiedenen Apotheken verimpfen.
Des Weiteren können Betriebsärztinnen bzw. Betriebsärzte Impfstoff ausnahmsweise und, um Verwurf des Impfstoffes zu vermeiden, an andere in §3 Absatz1 Satz1 Nummer1 bis 4 CoronaImpfV genannte impfbereite und in räumlicher Nähe liegende Leistungserbringer unentgeltlich weitergeben, wenn sie ihn nicht selber verimpfen können. Der Impfstoff kann somit sowohl an andere Betriebsärztinnen bzw. Betriebsärzte wie auch an Impfzentren oder Arztpraxen weitergegeben werden.
Die Leistungserbringer haben sicherzustellen, dass die Impfstoffe gegen COVID-19 durchgehend zuverlässig und unter Einhaltung der Transportvorgaben der Impfstoffe (insbesondere der mRNA-Impfstoffe) abgegeben werden. Es empfiehlt sich eine schriftliche Dokumentation bzgl. der Einhaltung der Vorgaben bei der Übergabe / Übernahme von Impfstoffen.

6) Welche technisch-organisatorischen Rahmenbedingungen sind für die Einbeziehung der Betriebsärztinnen und Betriebsärzte zu beachten?

Die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sind eigenverantwortlich für den gesamten Impfprozess von der Ermittlung der Impfwilligen im Betrieb, über die Terminkoordination, die Beratung und Aufklärung der Impflinge sowie deren Einwilligung bis hin zur Verimpfung sowie deren Dokumentation und Nachweisung zuständig. In diesem Rahmen sind die einschlägigen Fachregularien bspw. aus der Impfstoffzulassung und den rechtlichen Bestimmungen einzuhalten (Herstellervorgaben, nationale Impfempfehlungen wie seitens der STIKO, Arzneimittelgesetz etc.).

Hinsichtlich der Dokumentation ist zwischen der patientenbezogenen Nachweisführung (Patientenakte u.a. mit Anamnesebogen, Aufklärungsbogen, Datenschutzerklärungen) und der Impfsurveillance gemäß der CoronaImpfV (§4) zu unterscheiden. Während die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte Ersteres frei und bspw. in Form ihrer bestehenden Softwarelösungen gestalten können, ist für das Impfquotenmonitoring eine Meldung an das RKI obligatorisch und richtet sich nach den Vorgaben des §4 Abs.1 CoronaImpfV. Die tägliche Meldung erfolgt digital (Digitales Impfquotenmonitoring = DIM) und umfasst nach jetzigem Stand insbesondere folgende Angaben: Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht, Adresse, Impfstoff, Chargennummer, Impf-Ort (rechter Arm etc.), Erst- / Zweitimpfung. Ausführungen zum DIM sind auch den Internetseiten des RKI zu entnehmen[6]. Hierzu beachten Sie bitte auch die Ausführungen zu den Fragen 8 und 9.

Betriebsärztinnen und -ärzte haben verschiedene Möglichkeiten bzgl. der Erstellung des Digitalen Impfnachweises. Zum einen können alle Möglichkeiten, die Arztpraxen nutzen, verwendet werden, wenn ein KV-Sitz vorhanden ist. Zum anderen können unterschiedliche Standardlösungen wie in den Impfzentren genutzt werden. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des RKI[7].

Die mitwirkenden Unternehmen tragen die Kosten der Verimpfung. Der Bund trägt die Kosten für Impfstoff und Impfzubehör. Die Vergütung ärztlicher Leistungen inkl. der Ausstellung des Impfzertifikats richtet sich nach §6 CoronaImpfV.

7) Ist eine Anmeldung / Registrierung für die Teilnahme am betriebsärztlichen Impfprozess erforderlich?

Zwar ist eine Registrierung als Betriebsarzt bzw. Betriebsärztin beim Bund oder Land Hessen nicht erforderlich, allerdings ist die DIM-Anbindung (vgl. Frage 6) Voraussetzung für die betriebsärztliche Verimpfung. Hierfür müssen sich die Unternehmen respektive Betriebsärztinnen und Betriebsärzte, die Impfungen durchführen wollen, mittels eines Online-Abfragetools bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V. (BDA) registrieren und hiermit die Anbindung an das DIM beantragen[8].
Sofern alle Angaben vollständig und korrekt sind, wird hiernach das DIM-Zertifikat durch den Bund (RKI, Bundesdruckerei) zugeteilt. Sollte das Zertifikat noch nicht zugestellt sein, siehe Frage 9.

8) Was hat es mit der BDA-Unternehmensabfrage (zur Einbeziehung der Betriebsärzte in die Impfkampagne) auf sich und wie wirkt sich dies auf die Anbindung an das DIM mittels Zertifikat aus?

Die Teilnahme an der BDA-Abfrage (siehe Frage 7) ist Voraussetzung, um als Betriebsärztin oder Betriebsarzt / Unternehmen eine Anbindung an das Digitale Impfquotenmonitoring (DIM) zu erhalten (vgl. Frage 6). Durch Teilnahme an der BDA-Abfrage ist bzgl. der DIM-Anbindung kein zusätzlicher Antrag bzw. kein zusätzliches Tätigwerden erforderlich. Dies gilt nicht, wenn die über die BDA-Abfrage übermittelten Daten fehlerhaft bzw. lückenhaft waren (wenn z.B. kein konkreter Ansprechpartner bzw. keine konkrete Ansprechpartnerin genannt wurde). Die BDA kommt in diesem Fall auf die Betreffenden zu und bittet um entsprechende Korrektur bzw. Vervollständigung der Daten (Dies führt aber zu einer zeitlichen Verzögerung!). Eine direkte Registrierung beim RKI oder der Bundesdruckerei ist nicht möglich. Zu den verschiedenen Konstellationen und somit Modellen der DIM-Anbindung (u.a. auch eine webbasierte, manuelle Eingabe) gibt es Informationen in den Unterlagen der BDA[9]. Auch das RKI informiert fortlaufend zur DIM-Anbindung.
Um mit dem betriebsärztlichen Impfen starten zu können, muss die DIM-Anbindung bis zum Impfstart realisiert sein (zur Ausnahme siehe Frage 9).

9) Ich habe mich bei der BDA registriert, aber noch kein DIM-Zertifikat erhalten. Muss ich noch etwas veranlassen?

Mit der Teilnahme an der BDA-Abfrage ist automatisch der Antrag auf Erstellung und Zuteilung des Zertifikates für die DIM-Schnittstelle beim RKI gestellt (vgl. Fragen 6, 7 und 8). Ein weiteres Tätigwerden ist nicht notwendig. Stellen Sie jedoch sicher, dass Ihre Registrierung vollständig und korrekt durchgeführt wurde.
Der Bund teilt den Registrierten die Zertifikate schnellstmöglich zu. Leider hat das Land Hessen keinerlei Einfluss auf diesen Prozess. Das Land Hessen begleitet die Umsetzung eng und hat wiederholt auf die Notwendigkeit entsprechender zeitnaher Realisierung hingewiesen. Der Bund hat auf Nachfrage mitgeteilt, dass alle Betriebsärztinnen und Betriebsärzte, die bis Ende Juni ihre (vollständige) Anmeldung bei der BDA eingereicht haben, bis Ende der KW 28 an das DIM angebunden sein werden. Spätere Anmeldungen werden sukzessive abgearbeitet.
Sollte das DIM-Zertifikat bis zum Impfstart im Unternehmen zwar beantragt, jedoch seitens des Bundes noch nicht zugeteilt worden sein, können Betriebsärztinnen und Betriebsärzte in diesem Fall auch ohne Zertifikat die Verimpfung des zur Verfügung stehenden Impfstoffes tätigen. Die DIM-Meldungen sind lokal vorzuhalten und nachträglich unverzüglich durchzuführen, sobald die Zugangsvoraussetzungen gegeben sind. Die sonstigen Dokumentationsverpflichtungen (vgl. Frage 6) bleiben hiervon unberührt.

10) Welche Erfahrungen wurden im Rahmen des Pilotverfahrens des Landes Hessen gemacht?

Das Land Hessen hat bereits vor dem regelhaften Start der betriebsärztlichen Impfungen die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten genutzt, um in einem Pilotverfahren mit fünf Pharmaunternehmen die Abläufe innerhalb der betrieblichen Impfstätten zu erproben. Für das mittlerweile abgeschlossene Pilotverfahren hat das Land Hessen insgesamt rund 27.000 Impfdosen aus dem Landeskontingent zur Verfügung gestellt und damit auch dafür gesorgt, dass Schlüsselfunktionen der Kritischen Infrastruktur „Arzneimittel- und Impfstoffversorgung“ immunisiert werden konnten.
Der im Pilotverfahren geschaffene organisatorische Sonderweg ist zwar nicht auf den Regelbetrieb der Impfung in den Unternehmen eins zu eins übertragbar. Jedoch konnten bereits im Zuge der Erstimpfung allgemeine Erkenntnisse zu innerbetrieblichen Impfaktionen gewonnen werden, die das Land Hessen in einem „lessons-learned“-Dokument zusammengestellt hat. Dieses Dokument können Sie auf der FAQ-Seite (https://corona-impfung.hessen.de/faq/betriebsärzte-unternehmen) aufrufen (rechts in der Marginal-Spalte).

11) Wo kann ich weiterführende Informationen erhalten?

Weiterführende Informationen zur o.g. BDA-Abfrage wie auch zur Einbindung von Betriebsärzten und -ärztinnen erhalten Sie über Ihre unternehmens- bzw. branchenbezogenen verbandlichen Strukturen bzw. von der BDA.
Auch die Verbände der Arbeitsmedizin bzw. der Werks- und Betriebsärzte und Betriebsärztinnen (wie z.B. DGAUM, VDBW) halten umfangreiche Informationen (u.a. auf ihren Internetauftritten) vor und können Ihnen mit aktuellen Auskünften weiterhelfen.

An dieser Stelle weisen wir auf den thematischen Internetauftritt der BDA, des BDI, des DIHK und des ZDH hin, wo weitere Informationen zu betrieblichen Impfungen (insbesondere Organisation, Impfstoffe, Aufklärung, Haftung usw.) unter folgender Adresse abrufbar sind:
https://www.wirtschafttestetgegencorona.de/

Bezüglich der Abrechnung von Leistungen nach CoronaImpfV durch vergütungsanspruchsberechtigte Betriebsärztinnen und Betriebsärzte über die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) finden Sie Informationen auf folgender Internetseite:
https://www.kvhessen.de/coronavirus/privat-und-betriebsaerzte

Bei allen darüberhinausgehenden Fragen zur betriebsärztlichen Impfaktion wenden Sie sich bitte direkt an die BDA unter folgender E-Mail-Adresse:
soziale.sicherung@arbeitgeber.de.

  1. Eine Übersicht über aktuelle Vorhaben, Gesetze, Verordnungen und Anordnungen der 19. Legislaturperiode findet sich auf den Internetseiten des BMG, abrufbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen.html. Die jeweiligen Veröffentlichungen finden sich auch im amtlichen Teil des Bundesanzeigers, der auf der Internetseite https://www.bundesanzeiger.de/pub ausgewählt werden kann. (Beide zuletzt aufgerufen am 15.07.2021
  2. Vgl. Fußnote 1.
  3. Abrufbar unter: https://www.wirtschafttestetgegencorona.de (zuletzt aufgerufen am 15.07.2021)
  4. Abrufbar unter: https://www.wirtschafttestetgegencorona.de/wp-content/uploads/2021/07/Stand_2021-07-11_Handreichung-Betriebsaerzte-Impfstoffe-und-Zubehoer.pdf (zuletzt aufgerufen am 15.07.2021)
  5. Vgl. Fußnote 1.
  6. Siehe u.a.: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Liste_Impfquotenmonitoring.html (zuletzt aufgerufen am 15.07.2021)
  7. Abrufbar unter: https://digitaler-impfnachweis-app.apps.public.bfarm.de/betriebsaerzte/ (zuletzt aufgerufen am 15.07.2021)
  8. Link zur Onlineabfrage: https://forms.office.com/pages/responsepage.aspx?id=6NqR8ShsoEWt1Z2HBXTLY0Rsbac39tRDqoIUHS54-eNUNFNaWTNBMUtPQTZVTDgzTFRJRjhNNDNTMy4u (zuletzt aufgerufen am 15.07.2021)
  9. Unter anderem abrufbar unter: https://www.wirtschafttestetgegencorona.de/wp-content/uploads/2021/05/Unternehmensinformation-zur-Unternehmensabfrage_03-05-2021.pdf (zuletzt aufgerufen am 15.07.2021)

(Stand: 15.07.2021)

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